Sie stand ganz einsam an der Ecke,
als ich an ihrem Dorn mich stach.
Bevor sie wuchs zu einer Hecke,
ich sie mir eines  Tages brach.
 
Ich stellte sie bei mir Zuhause,
an einen hellen Fensterort.
Und während mancher Ruhepause
sprach ich zu ihr so manches Wort.
 
Ich gab ihr täglich frisches Wasser,
erfreute mich an ihrem Sein.
Mit jeder Stunde ward sie blasser
und eines morgens ging sie ein.
 
Ich konnte lang es nicht verschmerzen,
denn liebevoll ich sie gepflegt.
bemerkte nicht, dass tief im Herzen,
sie gegen mich wohl Groll gehegt,
 
denn einst der Heimaterd entrissen,
in einer Vase abgestellt,
sie täglich hatte leben müssen,
in einer ungewohnten Welt.
 
Nun wächst statt einer Rosenhecke
 das Unkraut aus dem Erdentief.
Es ist nicht mehr die gleiche Ecke,
an der ich gern vorüber lief.
 
Und seh’ ich heute Rosen stehen,
erfreu ich mich an ihrer Pracht.
 Niemals mehr im Vorübergehen,
hab ich mir eine abgemacht.
 
 

 
 

 


powered by Beepworld