Am Waldrand sah ich stehen
ein Röslein, dunkelrot.
So einsam anzusehen,
ihm eine Heimat bot.
 
Mit meinen Händen grub ich
es samt der Wurzel aus
und trug es unverzüglich
zu meinem Vaterhaus.
 
Fand dort ein schönes Plätzchen,
und pflanzte es gleich ein.
Nun war mein kleines Schätzchen
fortan nie mehr allein.
 
Ich hegte es mit Wonne,
das Blümlein wurde groß,
und unterm Schein der Sonne
erblühte es zur Ros´.
 
Ihr Duft war süß wie Honig,
das Antlitz königlich.
Manch Nachbar schaute neidig,
hätt sie so gern für sich.
 
So hütete ich täglich
mein Kleinod, meinen Schatz.
Doch eines Morgens fand ich
nur noch den leeren Platz.
 
Wo´s Röslein stand so friedlich,
wird´s  blühen nimmer mehr.
Wie war es schön und lieblich
und fehlte mir gar sehr.
 
Und seh ich heut ein Röslein
einsam am Wegrand stehn,
senk traurig ich mein Köpflein
und werd vorüber gehn.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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